Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback



http://myblog.de/werwolf-endzeitroman

Gratis bloggen bei
myblog.de





Eintrag 2 - Erinnerungen

Login...

Datum: 02.01.2013
Zeit: 20:45 Uhr

Nachricht:

Lichter flackern aufgeregt und riesige Deckenlampen hängen halb herunter. Funken sprühen aus beschädigten Kabeln, wie Bluttropfen aus verletzten Adern. Und in gewisser Weise ist der Vergleich gar nicht so abwegig, sind doch die Kabel in diesem Gebäude wie Adern, die alle Geräte mit Lebenssaft beliefern. Und doch sind hier nur noch wenige Geräte funktionstüchtig und menschliches Leben ist hier nicht anzutreffen. Zumindest kein Intaktes.

So sitze ich hier in einem zerstörtem Media-Markt. Die einzige Möglichkeit für mich an diesem Tag online zu gehen und der Welt meine Gedanken und meine Erfahrungen von diesem Tag zu schildern. Einer Welt, die nicht mehr so ist, wie sie einmal war und auf der es wohl kaum noch Leben gibt, wenn überhaupt. Auf meine letzte Nachricht kam noch keine Antwort. Wäre wohl zu schön gewesen, Lebenszeichen zu erhalten. So bleibt mir nichts weiter, als mein Laptop und ein Hauch von Hoffnung, zwischen defekten Maschinen und leblosen Leibern...

Doch fange ich lieber an zu erzählen, was mir am heutigen Tag wiederfahren ist, bevor ich zu sentimental werde. Keine gute Idee, wenn man umgeben ist von Zerstörung und Tod.

Die letzte Nacht konnte ich kaum ein Auge zu machen. Und wenn mich die Müdigkeit doch eingeholt hat, so plagten mich Alpträume und ich erwachte schweißgebadet in meiner Ecke. Ich träumte, ich würde auf einer von Menschen überlaufenen Straße entlang gehen. Lebende Menschen, die ihrem Tagesablauf nachgingen. Voller Freude, nicht mehr allein zu sein, wollte ich sie grüßen. Doch jede Person die ich berührte, drehte sich schreiend zu mir um und ich starrte in ein halbverwestes Gesicht, mit unendlich tiefen Augenhöhlen und während sie in einem schrillen Schrei kraftlos zu Boden gingen, zervielen sie anschließend zu Staub. Ich hörte irgendwann auf, die Menschen zu zählen, die ich berührte und die vor meinen Augen ihr Leben aushauchten. Irgendwann konnte ich nicht mehr schlafen und saß nur noch zitternd in der Ecke und wartete auf den Sonnenaufgang.

Schließlich hatte jemand mit mir erbarmen und die Nacht zog sich zurück und die ersten Sonnenstrahlen durchbrachen die Wolkendecke. So fuhr ich den Laptop herunter, schloss ihn und verstaute ihn sorgsam in meinen Rucksack. Ist er doch meine einzige Möglichkeit, mit der Welt zu kommunizieren, wenn auch nur einseitig im Augenblick. Nachdem alles verstaut war, begab ich mich hinaus. Wenn man von der menschenleeren Straße absieht, hätte es ein wunderschöner Tag sein können. Plötzlich schossen mir Bilder in den Sinn. Erinnerungen an die Zeit vor meinen Einbruch in das Geschäft. Der Mann auf der Straße...! Hastig drehte ich mich um, doch auf der Straße lag niemand mehr. Ich lief zu der Stelle hin, wo ich den leblosen Körper liegen lassen habe. Doch das Einzige was ich vorfand, war eine Schleifspur. Es sah so aus, als hätte sich der Mann mit den Händen weggezogen aber soetwas war doch unmöglich. Er hatte keinen Puls mehr. Er war tot und ich, ich bin doch in keinem Horrorfilm.

Ein merkwürdiges Gefühl überkam mich, mein Herz began zu rasen und ich verspürte nur noch den Wunsch so schnell wie möglich dort wegzukommen. Also nahm ich meine Beine in die Hand und lief so schnell es ging die Straße weiter nach unten. So erreichte ich nach wenigen Mintuten das Einkaufszentrum. Die Eingangstüren waren mit Leichen übersät und ließen sich kaum öffnen. Körper ohne Gliedmaßen, Manche teils ohne Kleidung, versenkten Haaren und das Gesicht zu einer angsteinflößenden Fratze verzerrt, verstellten mir den Weg. Ich lief um die Ecke des Einkaufszentrums und fand einen Notausgang, der frei von leblosen Körpern war. Schnell öffnete ich die Tür und schlüpfte hinein, als hätte ich Angst, jemand könnte mich dabei sehen.

Langsam ging ich durch die Flure und meine schmutzigen Stiefel halten auf den wohl vor kurzem frisch gewischten Fliesen und hinterließen Fußspuren voller Dreck und Blut. Unter den vielen leblosen Körpern weckte Einer meine Aufmerksamkeit. Eine Frau, die eine Militärjacke trug, saß wie bewusstlos auf einer Bank. Doch auch sie hatte ihre Seele ausgehaucht und ihr Körper war nur ein stummer Zeuge ihrer vergangenen Existenz. In ihren dünnen Händen hielt sie fest umschlungen ein Blatt Papier und auf dem Boden unter ihr lagen die restlichen Exemplare. Neugierig hob ich Eines von ihnen auf und laß aufmerksam den Inhalt, welcher in Großbuchstaben geschrieben wurde...

WACHT AUF!! WIR SIND EIN TEIL EINES EXPERIMENTES! EIN EXPERIMENT, DAS IM JAHRE 2009 BEGAN, ALS VIELE MENSCHEN GEGEN DIE SCHWEINEGRIPPE GEIMPFT WURDEN! UND NUN GEHT ES WEITER... GLAUBT NICHT DEN MEDIEN... GLAUBT NICHT DEM STAAT...

Gedankenversunken blickte ich auf dieses Stück Papier und Erinnerungen kamen in mir auf. Die Schweinegrippe... die Panikmache und die vielen Menschen die sich Angst machen ließen und zu ihren Ärzten liefen, um eine Impfung zu bekommen. Und am Ende war die Grippe harmlos gewesen. Es gab Menschen die hatten den Staat und die Pharmaindustrie durchschaut, doch sie wurden ausgelacht, als Spinner abgetan. War das, was hier geschehen ist, die Nachwirkung der Impfung? Ein kalter Schauer überkam mich, als ich an den fehlenden Körper auf der Straße nachdachte....

Die Uhr des nahegelegenen Glockenturms schlug zur achten Stunde und die Dunkelheit hatte die Lichtstrahlen bereits verdrängt, als ich das Ende des Einkaufszentrums erreicht hatte. Meine Gedanken drehten sich um den Text auf den Flugblättern und um den fehlenden Körper, die toten Menschen um mich herum, die noch immer da lagen, wo sie verstorben sind. Ich wusste nicht, was genau geschehen ist und was noch geschehen wird. Das Einzige was ich wusste war, das ich einen sicheren Platz für heute Nacht brauchte...

Und so sitze ich hier nun in diesem halb zerstörtem Media-Markt, genervt von dem flackerndem Licht und die Ohren gespitzt, kein Geräusch meiner Aufmerksamkeit entgehen zu lassen. Dies sollen meine letzten Worte für heute sein und ich hoffe, das es nicht meine endgültig letzten Worte sind, die ich schreibe, umgeben von toten Körpern...

1.1.10 21:20
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung